Pressebericht aus der Badischen Zeitung vom 09.01.2020

Auf dem Platz des Schopfheimer Sportvereins sind Randalierer Dauergäste

Der SV Schopfheim ärgert sich über ein zunehmendes Problem mit Vandalismus und bittet Anwohner genauer hinzusehen. Denn die Verursacher werden so gut wie nie erwischt.

BZ Foto Kura2

Es ist ein wiederkehrendes Bild auf dem Sportgelände im Oberfeld: Zerbrochene Flaschen, kaputte Tische, eingeschlagene Scheiben. Auf dem Sportplatz und beim Sportheim des SV Schopfheim treiben seit längerem vor allem nachts ungebetene Besucher ihr Unwesen. Die hinterlassen nicht nur Müll, sondern auch Schäden. Der SVS hat kaum eine Chance, die Übeltäter zu ermitteln. Das Problem nimmt zu – und der SVS bittet nun die Anwohner im Oberfeld, etwas genauer hinzusehen und hinzuhören und schneller zum Hörer zu greifen.Es passt ins Bild: Am Dienstagmorgen schickte die Polizei erst einen Bericht über einen Vorfall am Sportheim im Oberfeld. Unbekannte haben nachts ein Fenster eingeschmissen, sind ins Innere der SVS-Vereinsgaststätte geklettert – und haben nichts außer Süßigkeiten geklaut. Dabei haben sie aber einen ordentlichen Sachschaden hinterlassen.

Was nach einem Dumme-Jungen-Streich klingt, ist für den Vorsitzenden der SVS-Fußballer, Thomas Schulz, längst einer von vielen ärgerlichen Zwischenfällen rund ums Sportheim. "Wir werden hier seit Jahren immer wieder von Idioten heimgesucht", sagt Schulz, während er kopfschüttelnd vor dem notdürftig verrammelten Fenster steht. "Das hat schon vor langer Zeit angefangen, aber in den letzten Jahren wurde es immer schlimmer."



BZ Foto Kura1Schulz ist oft auf dem Sportplatz unterwegs, um nach dem Rechten zu sehen. Und dabei macht er immer öfter hässliche Entdeckungen. Weggeworfene Verpackungen und Plastikflaschen oder Essensreste sind dabei noch das Harmloseste, was er findet. Schlimmer sind auf den Sportplätzen – gerade auf dem neuen Kunstrasen – schon zerdepperte Flaschen oder ausgedrückte Zigarettenkippen. Und dann werden verschiedene Dinge immer wieder zum Ziel sinnloser Zerstörungswut: "Da werden Tische zusammengehauen und Mülleimer heruntergerissen. Auch die neuen Auswechselbänke am Kunstrasen wurden schon beschädigt", sagt Thomas Schulz.

Manchmal erwischen Vereinsmitglieder die Verursacher in flagranti. "Ich versuche es dann mit einer ruhigen Ansprache und nicht sofort mit der Polizei", sagt Thomas Schulz. "Aber da hat kaum jemand überhaupt ein Unrechtsbewusstsein." Zum Beispiel hat er schon eine Truppe trinkender und feiernder Jugendlicher erwischt, die ihre Hunde auf dem Rasenplatz frei herumlaufen ließen. "Die haben das gar nicht eingesehen", sagt Schulz.

Ein Problem dabei ist, dass das Sportgelände zwar über Tore verfügt, die jedoch nicht abgeschlossen werden. "Der Sportplatz gehört der Stadt und steht allen offen", sagt der SVS-Fußball-Chef. "Da können wir nicht einfach abschließen." Und auf dem frei zugänglichen Gelände finden die vornehmlich jugendlichen nächtlichen Gäste eben genug dunkle Ecken, in denen sie ungestört sind. Dort wird dann gefeiert und getrunken und – zu späterer Stunde – auch randaliert. Da hat es auch nichts genutzt, dass die SVSler Warnschilder ("Videoüberwachung") aufgehängt haben.

Das Ergebnis der nächtlichen Besuche auf dem SVS-Gelände zeigt sich meistens erst am Tag – "und dann ist es zu spät"; sagt Thomas Schulz. "Die Polizei kann dann eigentlich gar nichts machen." Die Aufklärungsquote dieser Vandalen-Akte liege quasi bei null.

Besserung erhoffen sich die Sportvereinsmitglieder einerseits vom neuen Sportheim, das gerade direkt neben dem alten gebaut wird. "Hier müssen wir uns anders aufstellen", sagt Thomas Schulz – womöglich mit Alarmanlage, Bewegungsmeldern und dergleichen. Aber der SVS setzt vor allem auf eins: "Die Anwohner sollten hier etwas genauer hinschauen." Schulz hofft darauf, dass der eine oder andere Einwohner der Königsberger Straße oder der Schlattholzstraße künftig die Ohren spitzt, wenn er Geschrei oder das Geräusch zerbrechender Flaschen hört – und sofort die Polizei ruft.

 Bild und Text: Badische Zeitung vom 09.01.2020 von Nicolai Kapitz

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